Vitamin D

Vitamin D ist der übergeordnete Begriff für eine Gruppe fettlöslicher Vitamine, die Calciferole. Zu den wichtigsten Formen gehören Vitamin D2 (Ergocalciferol) und Vitamin D3 (Cholecalciferol). Die bekannteste Funktion von Vitamin D ist die Beteiligung am Knochenstoffwechsel. So fördert Vitamin D unter anderem die Aufnahme von Calcium und Phosphat aus dem Darm sowie ihren Einbau in den Knochen. Es nimmt damit eine Schlüsselrolle bei der Knochenmineralisierung ein.

Darüber hinaus ist Vitamin D an weiteren Stoffwechselvorgängen, bei der Bildung von Proteinen beziehungsweise der Steuerung einer Vielzahl von Genen beteiligt. Dies ließ in den vergangenen Jahren die Vermutung zu, dass Zusammenhänge zwischen der Vitamin-D-Versorgung und chronischen Krankheiten bestehen und damit gleichzeitig neue Präventionsmöglichkeiten entdeckt werden könnten. Im Hinblick auf Bluthochdruck, Diabetes mellitus Typ 2 sowie kardiovaskulären und Krebskrankheiten konnten zwar Zusammenhänge in Beobachtungsstudien gefunden werden, bislang jedoch keine Beweise für kausale Beziehungen.

So weit die Definition durch das Robert-Koch-Institutes vom 25.01.2019.

Den Großteil des Vitamin D (ca. 80-90%) bildet der Körper mit Hilfe des Sonnenlichtes (UVB-Strahlung) selbst. Einen kleinen Teil des Vitamin D (ca. 10-20%) kann der Körper durch die Aufnahme bestimmter Nahrungsmittel selbst bilden (Milch, Fisch, Fleisch, Pilze, Eier, etc.). In der Haut wandelt der Körper nun mit Hilfe des Sonnenlichtes Cholesterin in Cholecalciferol (Vitamin D3) um. In der Leber entsteht dann die Vorhormonstufe Calcidiol, um dann in den Nieren zum aktiven und wirksamen D-Hormon Calcitriol zu werden. Da der Großteil der Vitamin D-Produktion über die Haut gebildet wird, ist ein Aufenthalt im Freien notwendig, da durch Scheiben die UVB-Strahlung nicht hindurchkommt.

Die nachfolgende Studie ist schon vor über 10 Jahren in den National Insitute of Healths (die National Institutes of Health (NIH; deutsch: Nationale Gesundheitsinstitute) mit Sitz in Bethesda (Maryland) sind eine Behörde des US-amerikanischen Gesundheitsministeriums. In den USA sind sie die wichtigste Behörde für biomedizinische Forschung) erschienen, die belegt, dass durch eine Behebung des Vitamin D-Mangels in Deutschland die Sterblichkeitsrate sinken würde.

Man geht in Deutschland von einem hohen Mangel an Vitamin D in der Bevölkerung aus, der im Winter bis zu 95 % aller Deutschen betrifft, da im Winter aufgrund des flachen Sonnenstandes die Haut trotz Sonneneinstrahlung kein Vitamin D bilden kann.
Ein Mangel an Vitamin D kann zu vielfältigen Symptomen und Krankheiten, wie z.B. Müdigkeit, Erschöpfung, Schwächung des Immunsystems mit den Folgen von häufigen, grippalen Infekten, ebenfalls schweren Verläufen bei dem aktuell vorkommenden Covid-19 Virus (Corona), Depressionen, Diabetes, Bluthochdruck bis zu Krebserkrankungen und mentalen Erkrankungen wie Demens und Alzheimer führen.

https://www.orthoknowledge.eu/forschung/vitamin-d-grosser_bedarf/ 

Weltweit forschen Wissenschaftler an den Wirkungen des Vitamin D. Dazu nachfolgend ein sehr interessanter Link einer Non-profit-Organisation, dem Grassrooth Health Nutrient Research Institue, in dem sich weltweit Ärzte und Wissenschaftler zur Aufgabe gemacht haben, Vitamin D von der Forschung in den Praxisalltag zu integrieren. Es ist bewiesen, dass der Mangel an Vitamin D zu weitreichenden Symptomen und Krankheiten und dadurch zu enormen Belastungen der Gesundheitssysteme führt.

https://www.grassrootshealth.net/


Vitamin D und die Beziehung zum Immunsystem

Vitamin D spielt eine detaillierte Rolle im Körper, bezogen sowohl auf die erste Verteidigungslinie gegen eine pathogene Invasion als auch auf seine komplexe Rolle in der adaptiven (erworbenen, spezifischen) Abwehr des Immunsystems. Diese zusammen wirken  folgendermaßen:

  1. Vitamin D erlaubt den Immunzellen und den Epithelzellen (so wie diese in den Lungen und dem Gastrointestinaltrakt) die Produktion der antimikrobiellen Peptiden, reguliert bestimmte Immunzellen und verstärkt die physikalische Barriere um eine bessere Immunantwort gegen Infektionen zu erhalten. Dies ist im Besonderen so für die Atemwegsepithelzellen bei einer viralen Infektion.
  2. Vitamin D wird benötigt für bestimmte weiße Blutzellen, um Ihnen zu helfen, die Krankheitserreger zu erkennen, diese im Körper zu binden und zu zerstören
    (dies geschieht durch Chemotaxis, Autophagie und Phagozytose)
    1. Als Chemotaxis wird eine durch Ausschüttung bzw. Bildung von Botenstoffen (Chemokine) hervorgerufene Anlockung von Zellen des Immunsystems (z.B. Leukozyten) an den Ort einer entzündlichen Reaktion bezeichnet.
    2. Der Prozess der Autophagozytose (Autophagie) ist für ein Gleichgewicht zwischen der Produktion neuer und dem Abbau alter Zellbestandteile notwendig.
    3. Unter Phagozytose versteht man die Aufnahme
    extrazellulärer Partikel, Mikroorganismen oder Flüssigkeiten durch spezialisierte Zellen (Phagozyten). Die Phagozytose ist eine Form der Endozytose.
  3. Vitamin D beeinflusst die Darmbakterien und hilft diesen, die immunmodulierende Effekte zu pflegen.
  4. Vitamin D wird benötigt, um T (Thymus)-Zellen zu aktivieren, die dann im weiteren Verlauf Antikörper bilden.
  5. Vitamin D beeinflusst die T – Zellendiffenzierung, um niedrige Stufen der Entzündungszytokine und höhere Stufen der Anti-Entzündungs-Cytokine auszulösen.
    Zytokine sind eine inhomogene Gruppe von regulatorischen Proteinen, die der Signalübertragung zwischen Zellen dienen und ihre Proliferation und Differenzierung steuern. Sie werden u.a. von Makrophagen, B-Lymphozyten, T-Lymphozyten, natürlichen Killerzellen (NKs) und Fibroblasten gebildet.

In Deutschland ist einer der Vorreiter der Arzt Dr. von Helden, der sehr umfangreiche Daten und Erkenntnisse über das Vitamin D auf seiner Webseite zusammengetragen hat:

http://www.vitamindelta.de/